Triff die Aale!

Ich sitze in meiner Stube und draußen tobt das Schneegestöber – you better be fucking kidding me!

Die derzeitige Situation schlägt uns doch aufs Gemüt. Meine Freundin und ich haben in dieser Woche wenige Wege gefunden, uns gegenseitig aufzubauen, weil wir beide gleichermaßen frustriert sind. In diesem Fall potenziert sich unsere depressoide Stimmungslage gerade eher, als dass wir sie uns abmildern könnten. Die Arbeit ist zur Zeit nervig, das soziale Leben liegt brach und Gott lacht über die von uns gemachten Pläne und sagt dazu nur „Fuck you“. Bezogen auf unsere Hochzeitspläne sind wir überhaupt nicht motiviert, jetzt alles zu verschieben und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal neu zu planen. Ich weiß gar nicht, woher die Leute, die momentan in einer ähnlichen Situation sind, die Zuversicht nehmen, ihre Hochzeiten zu verschieben und auf „November“ oder „ein Jahr später“ zu verschieben. Wird es dann anders oder besser sein? Keine Ahnung. Ende April waren wir auf eine Hochzeit von Freunden eingeladen, die haben jetzt gerade alles auf Oktober verschoben, sowohl den bürokratischen Akt des Heiratens an sich als auch die Feier. Wir können uns das irgendwie nicht vorstellen. Auf der anderen Seite frustriert die Vorstellung, alles ersatzlos ausfallen zu lassen, keine thematisch passende Hochzeitstorte, kein mit Freude einstudierter Hochzeitstanz, keine Reden von Freunden und Familien, kein üppiges Essen, keine Feierstimmung, keine alten und seit langer Zeit nicht mehr gesehenen Freunde. Ich weiß, es gibt auch Menschen, die WIRKLICHE Probleme haben, trotzdem fühlen sich auch meine kleinen Sorgen für mich gerade sehr real an.

Auf der Arbeit hat das Pensum in der zurückliegenden Woche nun doch ein wenig nachgelassen, so allmählich merken auch wir die zurückgehenden OP-Zahlen. Wobei es weiterhin auch nicht so ist, dass nichts zu tun wäre, nur eben ein bisschen weniger. Wie schon geschildert, laufen die notwendigen Krebs-OPs ja weiter und das ja auch zurecht. In dieser Woche hatten wir zum Beispiel ein Rektumkarzinom von einem unter-50-jährigen Patienten im Einsendegut. Da muss man natürlich schon abwägen, was medizinisch sinnvoller ist: Einen so jungen Patienten an seinem Krebs zu operieren mit der Chance auf Heilung oder einen 80jährigen Pneumonie-Patienten aus dem Heim zu beatmen. Zugespitzt formuliert, denn glücklicherweise sind wir derzeit ja noch nicht in der Situation, solche Entscheidungen treffen zu müssen, da die Anzahl der Corona-Patienten und insbesondere der intensivmedizinisch zu betreuenden Corona-Patienten überschaubar ist.

Ansonsten nervt auf der Arbeit aber auch die vorpanische Grundstimmung und dass es kaum ein anderes Gesprächsthema als das große C gibt. In unseren Frühbesprechungen werden in aller Ausführlichkeit Allgemeinplätze und für jeden nachlesbare Zahlen aus der Presse diskutiert, ohne irgendeinen Erkenntnisgewinn und Mehrwert. Wir müssen jetzt beim Verlassen unserer Büros, also auf den Fluren und in den Laborbereichen, zudem Mundschutz tragen, was auch immer so ein chirurgischer Mundschutz bringen soll, außer eine psychologische Barriere zu sein. Seitens der Klinikdirektion gibt es Anfragen, nicht speziell an uns, aber an alle medizinischen Fachabteilungen, ob es Freiwillige gibt, die sich für die Versorgung der neuen Corona-Stationen und den erwarteten Patientenansturm melden wollen. Bislang zumindest noch auf freiwilliger Basis. Ich denke, dass das Interesse daran bei uns Pathologen nicht sonderlich groß sein wird, wenngleich wir vielleicht 2 oder 3 Ärzte abstellen werden, je nach Bedarf. Wenn wir irgendwann zwangsrekrutiert werden, dann ist die Kacke auf jeden Fall am dampfen, das ist dann so ein bisschen „Volkssturm 1945“-mäßig, das allerletzte Aufgebot. Wenn ich mich also den Patienten vorstellen werde mit „Guten Tag, meine Name ist Ginger, ich bin Pathologe und heute ihr behandelnder Arzt“, dann wissen die wohl auch Bescheid, welches Stündlein geschlagen hat. Wobei der eigentlich zu erwartende Mangel gar nicht so sehr im ärztlichen Bereich bestehen wird, wie wir aus den Besprechungen des Krisenstabs hören, sondern im pflegerischen Bereich und beim Materialnachschub. Es ist ja gerade die Pflege, die in den zurückliegenden Jahren von den Großkopferten und Geldverteilern und -eintreibern als derart verzichtbar eingestuft wurde, dass sie jetzt personell und von der Quantität vorhandener Qualifikationen vollends am Boden liegt. Ganz schön blöd.

Zur Frustbewältigung und zur Unterstützung des Plattenhändlers meines Vertrauens, habe ich mir in der zurückliegenden Woche jeden Tag online eine CD bestellt. Weil der Laden natürlich auch gerade geschlossen haben muss, haben sie komplett auf Versandhandel umgestellt. Wäre schön, wenn der Laden noch existiert, wenn die Beschränkungen irgendwann wieder aufgehoben werden. Unter Eingabe des Gutscheincodes „corona“ (kein Witz!) kann man zudem gerade die Versandkosten bei dem Laden sparen. Jetzt wäre es umwelttechnisch und logistisch natürlich sinnvoller gewesen, am Ende der Woche ein Gesamtpaket mit allen 5 CDs zu bestellen als jeden Tag eine einzelne CD. Auf der anderen Seite war es aber für mich ein schönes Ritual, jeden Morgen ein bisschen durch das Angebot zu stöbern und mit eine CD nach meinem Geschmack auszusuchen. Außerdem ist mit den kleinen Einzelpaketen gesichert, dass die Bestellungen bei uns in den Briefkasten passen, so dass ich es vermeiden kann, ein verpasstes Paket bei der Postfiliale abholen zu müssen.

Folgende CDs habe ich im Laufe der Woche bestellt.

Am Montag „Wild Wild East“ von Sunny Jain, eine wilde Mischung aus Surfgitarren mit Bollywood- und Dhol-Sounds.

Wild Wild East [Explicit]

Am Dienstag „Classic Appalachian Blues“, eine Sammlung älterer Bluesstücke aus dem breiten musikalischen Spektrum jener Region.

Am Mittwoch „Through the Streets of the City“, ein Album mit Mardi Gras New Orleans Brass Band Musik.

Through the Streets of the City

Am Donnerstag „Calypso Travels“ von Lord Invader, ein Album mit karibischer Calypso-Musik.

Calypso Travels

Und schließlich am Freitag „The Greenwich Village Folk Scene“, eigentlich eine Sammlung aus fünf Einzelalben mit schon sehr angebluester Folkmusik der frühen 60er Jahre aus dem damaligen Epizentrum der Folkszene.

Original Album Series

Ein schönes Sammelsurium für die Playliste „Quarantäne Hits 2020“.

Bei dem schönen, sonnigen und warmen Wetter gestern Nachmittag (wie gesagt, jetzt gerade schneit es…) sammelten sich nach und nach unsere Nachbarn in ihren Gärten. Hier ist ein kleines Neubaugebiet entstanden mit insgesamt 10 Häusern, von denen mittlerweile 5 Häuser bewohnt sind. So haben wir gestern über die Gärten miteinander geschnackt und ich habe festgestellt, wie gut so ein bisschen soziale Interaktion, ein bisschen Input von außen, doch mal wieder tut. Wir sind hier im Dezember als Allererste eingezogen und haben den Rest des Jahres hier alleine verbracht. Es war auch an Silvester ein wenig creepy, so still und dunkel und leise um uns herum. Aber wenn man als erstes da ist, hat es den Vorteil, dass man gelassen beobachten kann, was sich in der Folge dann so nach und nach entwickelt, dass die neu zuziehenden Nachbarn sich einer nach dem anderen vorstellen und man somit nicht in der überfordernden Situation ist, als neu Hinzukommender alle Namen und Gesichter auf einmal kennenlernen zu müssen. Neben uns wohnt ein junges Pärchen, die beide als Erzieher arbeiten. Die haben irgendwie, soweit ich das nach ein paarmal Sehen überhaupt beurteilen kann, einen etwas merkwürdigen Umgang miteinander und pflaumen sich die ganze Zeit an. Vielleicht, hoffentlich liebevoll gemeint. Sie redet gerne und viel und er eher wenig, wenn, dann aber laut und eher ungehobelt. Er hat gestern erzählt, dass er als Frühchen mit einem Gewicht von 800 g 3 Monate zu früh auf die Welt gekommen ist und ich konnte nicht verhindern zu denken „Ja, passt irgendwie.“ 😉 Gegenüber wohnt ein Paar, die gerade im Dezember ein Kind bekommen haben, die sind sehr nett und wirken ziemlich entspannt. Dem Mann konnten wir in den letzten Wochen schön beim Parkettverlegen von unserem Wohnzimmer aus zugucken. ^^ So richtig einziehen werden die erst nächste Woche, bislang haben sie quasi nur Vorarbeiten geleistet und waren an den Wochenenden zugegen.  Deren Umzug mit Umzugsunternehmen soll wohl trotz Corona nächste Woche stattfinden – wir sind gespannt. Außerdem wohnt ein paar Häuser weiter eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Die Frau ist gerade noch in Elternzeit vom zweiten Kind. Sie ist Deutsche und er ist Türke. Bei unserem ersten Aufeinandertreffen vor ein paar Wochen konnte ich mit meinen kleinen VHS-Kurs-Türkischkenntnissen brillieren. Ich fürchte aber, dass wir nicht groß zum Sprechen kommen werden, weil der Mann gefühlt jedes Mal, wenn wir uns sehen, am Handy hängt und telefoniert. Dafür ist seine Frau sehr offen und kontaktfreudig. Wahrscheinlich ist ihr auch ein bisschen langweilig so alleine mit den Kindern mit dem Mann, der die ganze Zeit nur telefoniert. ^^ Und daneben wohnt dann noch ein kinderloses Paar, etwa in meinem Alter, von denen er wohl Raumfahrtingenieur ist und sie irgendwas in Richtung Werbeagentur macht. Die waren im Januar, als wir hier noch alleine gewohnt haben und noch bevor sie eingezogen waren, mal bei uns zu Besuch und wir haben hier anderthalb Stunden sehr nett miteinander gequatscht. Die sind eher ruhig und zurückhaltend und bislang hört und sieht man eher wenig von ihnen, so dass man die meiste Zeit gar nicht weiß, ob sie überhaupt da sind oder nicht.

Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, was sich nachbarschaftlich mit der Zeit so entwickeln wird, auch wenn man mal wieder näher als 2 m oder eine Gartenlänge Abstand aufeinander zugehen darf. Und was für Leute in die derzeit noch freien Häuser dann einziehen werden. Man muss sich ja keine Illusionen machen, es wird Leute geben, die man mehr mag und Leute, die man weniger mag, wie halt immer im Leben. Schön wäre nur, wenn alle halbwegs miteinander auskommen und man in Frieden mit seinen Nachbarn leben kann. Es ist auf jeden Fall bislang ganz schön, dass alle so halbwegs im gleichen Alter und in vergleichbaren Lebensphasen sind, das macht das Kennenlernen schonmal einfacher.

Heute ist dann bei dem Wetter wohl eher keine Gartenparty angesagt. Wir werden uns was Leckeres zu essen kochen, ein bisschen Musik hören und ansonsten höre ich schon Captain Picard wieder rufen. Meine Freundin hat sich  das neue „Animal Crossing“ für die Switch bestellt, ist also auch voll ausgelastet. 😉

CU in Disneyland!

Dem Star Trek widme ich die Zeit meiner gesamten Wenigkeit!

Als ich hier gestern mit etwas finsterer Stimmung saß und meinen kurzen Eintrag in die Tasten geklappert hatte, da schweiften meine Gedanken ein wenig umher und ich musste plötzlich an den alten Mytagebuch-Autor Desperado denken. Erinnert sich noch jemand? Er hat über längere Zeit so eine Art Fortsetzungsroman über einen einsamen Reiter in der Wüste, den Desperado, geschrieben. Das war ziemlich zäh zu lesen, weil es keinen richtigen Handlungsbogen hatte, sondern mehr einen permanenter Gedankenstrom darstellte, aber gespickt mit einer erstaunlichen Fülle an Details über Orte, Indianerstämme und Landschaften. Mich hat das zu lesen damals sehr fasziniert, auch wenn ich bei weitem nicht immer in der Stimmung dafür war. Ist letztendlich aber auch egal gewesen, weil man aufgrund der fehlenden fortlaufenden Handlung an jedem beliebigen Punkt wieder einsetzen konnte. Naja, auf jeden Fall konnte ich mich erinnern, dass der Autor Teile seiner Geschichte damals auch in Literaturforen für Hobbyschreiber gepostet hat. Und da die Mytagebuch-Seite bekanntermaßen ja nicht mehr aufrufbar ist, habe ich mich gestern Abend noch auf eine Google-Recherche nach dem Autor gemacht, anhand des Namens und einiger Versatzstücke, an die ich mich vage noch erinnern konnte. Und bin tatsächlich fündig geworden. Zunächst mit einigen Fetzen der Geschichte in einem Literaturforum. Und dann habe ich tatsächlich eine öffentliche E-Book-Veröffentlichung der Desperado-Saga gefunden. Das Ding ist irgendwie über 2300 Seiten stark, total irre. Ich habe das gestern mal auf den E-Reader meiner Freundin geladen und vollkommen fasziniert angefangen zu lesen. Ich meine – was ist das für ein großartiges, irrsinniges Projekt? Das jemand ein Werk von solch einem Ausmaß verfasst, als ja wirklich brotlose Kunst, und das dann einfach als .epub-Datei ins Netz stellt. Der Text enthält den ein oder anderen Fehler und das ist sicher alles nicht formvollendet, aber ich mag diesen Schreibstil total gerne, erinnert mich ein bisschen so an die „Border“-Romane von Cormac McCarthy. Da habe ich mich gestern Abend dann bis kurz vorm Einschlafen drin eingeschmökert und habe dafür sogar auf meine abendliche Portion Star Trek verzichtet.

Getriggert durch die aktuell laufende „Star Trek: Picard“-Serie bin ich nämlich mal wieder auf den Geschmack meiner großen Jugendliebe gekommen. Als ich noch zur Schule gegangen bin, liefen die Star Trek Serien ja immer stundenlang nachmittags bei Sat.1 und insbesondere „Das nächste Jahrhundert“ und „Deep Space Nine“ haben mich damals total in ihren Bann gezogen. Ich finde auch die neue Picard-Serie ziemlich gelungen, weil sie eine gute Mischung aus nostalgischen Anwandlungen und einer frischen Geschichte bietet. Weil es davon aber immer nur eine neue Folge pro Woche gibt (am Freitag kommt die letzte Folge raus), habe ich dann parallel begonnen, auch wieder „Das nächste Jahrhundert“ zu gucken. Das ist natürlich mittlerweile über 30 Jahre alt und schon super altbacken. Fast so altbacken, wie sich damals in den 90ern, als ich es geguckt habe, die Originalserie von Star Trek mit Captain Kirk angefühlt hat. Trotzdem kommen bei den Folgen, von denen ich die allermeisten kenne, aber nie in einer chronologischen Reihenfolge geguckt habe, echt schöne Kindheitserinnerungen wieder hoch. Captain Picard war praktisch immer mein großes Idol. Dabei ist die Enterprise-Crew aber eigentlich ziemlich gestört, wie ich jetzt mit dem nicht-kindlichen Blick feststelle. Ein soziophober und cholerischer Captain steht da einer ziemlich verblödeten Mannschaft vor, die zielsicher in jedes noch so erwartbare Fettnäpfchen hineintritt. Ständig gibt es irgendwelche Mannschaftsbesprechungen im Quartier des Captains, bei denen die hochqualifizierten Sternenflottenoffiziere allenthalben super hilfreiche Aussagen wie „Das weiß ich auch nicht, Captain“ oder „Das kann ich mir nicht erklären, Captain“ von sich geben. Oder sie machen irgendwelche total blöden Vorschläge (der Klingone Worf und die Chefin des Sicherheitsdienstes wollen natürlich immer direkt kämpfen: „Ich empfehle einen präventiven Erstschlag!“) und werden für ihre total dummen Einfälle dann auch direkt von Captain Picard abgebügelt. Eigentlich ist es wirklich ziemlich lustig. Meine Freundin hat früher nie Star Trek geguckt und kann dem Ganzen entsprechend wenig abgewinnen. Nach so mancher Folge, die und deren abstruse Handlung sie nebenher so halb mitbekommen hat, meinte sie hinterher nur „Alles klar, sprechen wir jetzt besser einfach nicht drüber.“ ^^

Die Bremer Standesämter haben aktuell ihre Regeln noch einmal dahingehend verschärft, dass man zum Heiraten jetzt auch keine Trauzeugen mehr mitbringen, sondern nur noch das Brautpaar höchstselbst erscheinen darf. Mal schauen, wie das so weitergeht und ob die Ämter alsbald für den Publikumsverkehr noch ganz dicht machen. Vielleicht ganz modern auch Trauung per Skype? Mit vorherigem Ident-Verfahren, indem man seinen Personalausweis in die Webcam hält…? Man darf gespannt sein.

Haltet euch wacker! CU in Disneyland!

 

Homo sapiens!

Den Film habe ich 2016 auf der Berlinale gesehen, war mein Einstiegsfilm in einen 10-Tage-Dauerkino-Wahnsinn. Musste ich dran denken, wo es jetzt (zwischenzeitlich) so still und menschenleer ist auf den Straßen.

Ins Kino gehen wäre toll, das vermisse ich sehr. Diese Woche wäre eigentlich der neue Clint Eastwood – Film gestartet, der hätte mich interessiert. Keine Ahnung, ob der irgendwann später dann nochmal ins Kino kommt. So muss ich mich zwischenzeitlich mit Heimkino begnügen, aber das ist nicht ganz vergleichbar. Naja, es gibt Wichtigeres.

Im vergangenen Herbst habe ich meine Facharztprüfung absolviert, das wollte ich noch erzählen. Bin nun also fertiger Facharzt für Pathologie (soweit man da „fertig“ sein kann). Es ist sehr schön und erleichternd, dass ich jetzt deutlich selbstständiger arbeiten kann und nicht für jede Kleinigkeit Rücksprache halten brauche. Auf der anderen Seite werden die Aufgaben und Belastungen auch mehr, das bleibt dann in der Konsequenz nicht aus. Aber bislang ist es alles noch in einem guten Rahmen. Zu Beginn des Jahres ist dann auch mein Arbeitsvertrag entfristet worden. Auch ein beruhigendes Gefühl, wenn man einen Hauskredit abzubezahlen hat.

Es ist schön, wenn man hier in den Kreis der Tagebüchler zurückkehrt. Ich vermisste es zwischenzeitlich nicht so sehr, muss ich sagen, aber wenn man dann mal wieder hier herkommt und bei den alten, vertrauten Mitschreiberinnen und -schreibern liest und die freundlichen Kommentare sieht, dann fühlt es sich sehr wohlig und heimelig an. Ein bisschen, wie nach Hause kommen.

CU in Disneyland!

Splendid Isolation!

So, dann schreibe ich auch mal wieder einen Beitrag, wenn ich bei dem schönen Wetter schon hier drinnen hänge. Es sind ja merkwürdige Zeiten gerade. Meine Freundin meinte schon zu mir, dass es ein bisschen so ist wie mit der Finanzkrise vor etwa 10 Jahren. Gefühlt und nach der medialen Berichterstattung bricht die Welt um einen herum gerade zusammen, aber man selbst bekommt davon einfach gar nichts mit. Da wir beide im Gesundheitswesen arbeiten, allerdings nicht in der unmittelbaren Patientenversorgung, fahren wir jeden Tag ganz normal zur Arbeit und machen unseren Job. Auf den Straßen ist es morgens ein bisschen leerer, das ist ganz angenehm. Dass weniger operiert würde als vorher, kann ich bislang noch nicht feststellen, zumindest war in der ganzen vergangenen Woche bei uns auf der Arbeit gut zu tun und wir haben reichlich Probeneingang bekommen. Aber gut, der Großteil unserer Präparate ist ja onkologischer Natur und solche Krebsoperationen kann und sollte man auch nicht auf die lange Bank schieben, so lange noch ein Chance auf Besserung oder Heilung für die Patienten besteht. Und diese Patienten brauchen ja auch weiterhin eine Diagnose und Untersuchung ihrer Immunmarker etc., damit sie ihre passende Therapie bekommen können. In sofern ist auch mein Job, wenngleich fernab der Corona-Versorgung, sozusagen systemrelevant. Zu den Tumorkonferenzen gehen wir gerade nicht mehr persönlich, sondern nehmen per Skype teil oder sind telefonisch für Rückfragen erreichbar. Das sorgt immerhin für ein wenig Arbeitsentlastung. Ansonsten wird an den Bremer Kliniken gerade viel vorbereitet und umgebaut, um sich auf einen möglichen Ansturm schwer erkrankter Patienten vorzubereiten. Bislang ist deren Zahl hier allerdings sehr überschaubar, so dass leerer werdende Intensiv- und Normalstationen ein gutes Polster sind, falls der große Ansturm noch kommen sollte.

Ich persönlich glaube jedoch, dass das ganz große Unglücksszenario hier wohl erfreulicherweise ausbleiben wird. Ich vermute, dass sich die Anzahl der Neuinfektionen nach den beschlossenen Maßnahmen und Einschnitten in das öffentliche Leben allmählich auf einem stabilen Niveau einpendeln und dann zurückgehen wird, so dass wir uns vielleicht bei einer Zahl von (offiziell bestätigten) 50.000 oder 60.000 Corona-Infizierten einpendeln werden, was fernab von Horroszenarien à la „10 Millionen Infizierte in Deutschland“ oder „Zwei Drittel der Deutschen werden sich infizieren“ sein wird.

Die große Angst ist wohl auch eher, dass ein über die Jahre komplett an die Grenzen der personellen und finanziellen Belastbarkeit heruntergewirtschaftetes Gesundheitssystem jede Form von über das normale Niveau hinausgehende Belastung nicht mehr stemmen kann, so dass jetzt gerade sehr radikale Maßnahmen notwendig sind, um einen sehr überschaubaren Ertrag dadurch zu erreichen. Ich befürchte nur, dass die derzeitige Krisenlage nicht zu einem langfristigen Umdenken führen wird, dass man nicht sagt, dass man das Gesundheitssystem in der öffentlichen Hand hält und eben nicht als Profitmaximierungssystem für private Investoren versteht. Vermutlich wird nach Abebben des derzeitigen Ausnahmezustands schnell in alte Denkmuster zurückgefallen.

Meine Liebste und ich haben uns im vergangenen Jahr ein Haus in Bremen gekauft und sind im Dezember eingezogen. Wir wohnen jetzt fast an der Grenze zu Niedersachsen, also schon recht weit draußen, so dass sich unser Arbeitsweg deutlich verlängert hat. Die ersten Monate bin ich mit der Bahn zur Arbeit gependelt, während meine Freundin mit dem Auto gefahren ist. Wir arbeiten zwar auf dem gleichen Krankenhausgelände, aber durch das Schichtsystem meiner Freundin kommt es tatsächlich so blöd aus, dass wir nie die gleichen Arbeitszeiten haben und daher nicht gemeinsam fahren können. Als sich Anfang März die ganze Situation um das Coronavirus anbahnte, habe ich mir aber auch gedacht, dass ich mir mal besser kein neues Monatsticket für die Bahn kaufe, sondern im März konsequent das Auto nutze. Die Bahnen sind  für gewöhnlich halt immer super voll und man hat doch gefühlt jeden Tag irgendwelche Vollasis auf den Viererplätzen sich gegenübersitzen, die ungeniert röcheln und husten und niesen, ohne sich und andere irgendwie abzuschirmen. Ich habe schon in meiner ersten Fahrwoche im Dezember gesagt, dass das auf jeden Fall der sicherste Ort ist, um sein Immunsystem zu stählen oder aber sich den Tod zu holen. Aufgrund meiner Arbeitszeiten von 8 Uhr bis 16.30 Uhr stehe ich natürlich mit dem Auto immer genau in den Rushhour-Staus, aber immerhin hat sich diese Lage durch das derzeit geringere Verkehrsaufkommen für mich deutlich entspannt.

Dass wir jetzt im Eigenheim wohnen, kam irgendwie im Laufe des vergangenen Jahres recht spontan und ungeplant (eigentlich wollten wir das erst nach unserer Hochzeit mal näher angehen), hat sich dann aber am Ende recht schnell und erfreulich unkompliziert ergeben. So richtig fassen kann ich das noch gar nicht. Manchmal überkommt mich diese Erkenntnis so schubweise, wenn ich im geräumigen Wohnzimmer sitze oder in unserer schönen Küche (unsere erste eigene Küche) werkele. Krass, wir haben uns ein Haus gekauft! Wir haben es uns gemütlich eingerichtet und haben jetzt nochmal deutlich mehr Platz als vorher. Die Umgebung ist schön und recht ländlich, und dennoch sind alle Dinge des täglichen Bedarfs fußläufig zu erreichen. In unserem sehr kleinen Gärtchen (da wir beide keine Lust auf Gartenarbeit haben, sind wir sehr froh, dass es nur eine überschaubare Grünfläche ist) haben wir gestern zum ersten Mal Rasen gemäht und ein bisschen Unebenheiten im Boden ausgebessert, damit wir demnächst nochmal kahle Stellen im Rasen nachbessern können. Der Duft von frisch gemähtem Gras ist ja echt immer wieder ein Highlight.

Unsere Stimmung trübt derweil natürlich, dass wir nicht wissen, ob und in welcher Form unsere geplante Hochzeit im Mai durchführbar sein wird. Wir sind ja jetzt seit anderthalb Jahren verlobt und hatten lange Zeit, alles vorzubereiten und zu planen und gefühlt stürzt das gerade alles in sich zusammen. Alle bislang verkündeten Maßnahmen beziehen sich erstmal ja nur bis April, aber was danach sein wird, ist nicht so richtig abzusehen. Das Hotel, in dem wir feiern möchten, hat derzeit all seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und darf ja gerade keinen Hotelbetrieb und keine Gastronomie anbieten. Ob Mitte Mai alles wieder „normal“ sein wird und ob selbst bei einer zumindest behördlich dann durchführbaren Hochzeitsfeier alle eingeladenen Gäste auch kommen würden, das steht allerdings gerade in den Sternen und wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden, so dass wir ziemlich in der Luft hängen. Allerdings sind wir realistisch genug, das als eher unwahrscheinlich anzusehen. Und wie bitter wäre das, nachdem wir die Hochzeiten all unserer Freunde mit ihnen gemeinsam in rauschenden Festen gefeiert haben, unsere eigene Hochzeit als glanzlose 2-Personen-Aktion (+ Standesbeamten) beim Standesamt durchzuführen, ohne Feier, ohne Freunde, ohne Familie. Auch und erstrecht für unsere geplante Hochzeitsreise nach Costa Rica sehe ich derzeit eher schwarz, zumal in Latein- und Südamerika die Corona-Geschichte gerade erst so richtig losgeht. Das schlägt uns schon alles ziemlich aufs Gemüt.

Naja, aber unterm Strich ist es wichtig, dass es einem gut geht und man gesund bleibt, das muss man auch mal so sehen. Und zum Glück gibt es keine statistische Korrelation zwischen der Qualität der Hochzeitsfeierlichkeiten und der Qualität der Ehe. Wir hoffen einfach das Beste – mehr bleibt uns ja eh gerade nicht übrig.

Ich habe auch an diesem Wochenende mal wieder ein wenig durch die Tagebücher der anderen mir noch bekannten Mytagebuch-Urgesteine quergelesen und mit Interesse wahrgenommen, wie sich das Krisengeschehen so bei ihnen auswirkt. Das werde ich auch mal weiter tun jetzt.

Liebe Grüße in die Runde, bleibt gesund und haltet euch wacker!

CU in Disneyland!

Der Herr der Ringe -Teil 4!

…und auch sonst war 2018 gar kein schlechtes Jahr. Auf der einen Seite sehr vielschichtig und erlebnisreich, auf der anderen Seite am Ende dann aber doch von dem einen geplanten Großereignis in der Erinnerung dominiert.

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Nach einiger Planerei und Vorbereiterei habe ich Catharina schließlich am 27.10. die Frage der Fragen gestellt und zu meinem Glück habe ich mich nicht umsonst (umsonst ja sowieso nicht, wenn dann nur vergebens…) vor sie auf den schlammigen Waldboden geworfen, zu meinem großen Glück hat sie „Ja“ gesagt.

In sofern werden wir im Mai 2020, an unserem sechsten Jahrestag, heiraten (um dann direkt ins verflixte siebte Jahr zu starten…!?). Bis dahin dauert es zwar noch ein Weilchen, das lässt uns aber auch die Zeit, alles in Ruhe zu organisieren und anzugehen.

CU in Disneyland!

Album des Jahres 2018!

Ich möchte es auch in diesem Jahr nicht verabsäumen, die Tradition der Benennung meines „Albums des Jahres“ fortzuführen. 2018 war generell ein gutes (Musik-)Jahr für mich und ich habe einige interessante neue Künstler entdecken und einige altbekannte wiederentdecken können. Trotzdem hat sich bereits in der Mitte des Jahres ein Album herauskristallisiert, das meinem musikalischen Jahr ganz dominierend den Stempel aufgedrückt hat und an dessen Wahl zum Favoriten des Jahres 2018 es für mich daher keinen Zweifel gab.

Manchmal gibt es diese Musikalben, die mich vom ersten Hören an in ihren Bann ziehen und faszinieren. Zu diesem hier bin ich einmal mehr aus reinem Zufall gekommen, ein unüberlegter Spontankauf im Bremer Musikgeschäft meines Vertrauens aufgrund der Beschreibung auf der Plattenhülle. Und ich weiß noch, wie ich an einem Nachmittag in diesem superheißen Sommer halbnackt auf meiner Dachterrasse gesessen und zum ersten Mal diese Musik aufgelegt habe und wie sie mich sofort im tiefsten Inneren berührt hat.

Mein Album des Jahres 2018 heißt: „The invisible comes to us“ von Anna & Elizabeth

The Invisible Comes to Us

Die beiden Damen, Anna Roberts-Gevalt und Elizabeth LaPrelle, sind in Musikarchive ihrer Heimat Virginia herabgestiegen und haben dort als Zeitdokumente hinterlegte Lieder und Liedfragmente ausgegraben, knarzige und krachende Aufnahmen von singenden Hausfrauen in ihrer Küche, von Familienfeiern, von semiprofessionellen Sängerinnen und Sängern. Diese Songs haben sie in die Gegenwart geholt und in ein modernes Gewand gepackt. Teils mitreißend melodisch, teils experimentell und zerfasert.

Und dabei haben sie mir die Augen dafür geöffnet, was eigentlich Folk-Musik ist. Als alter Bob Dylan – Fanatiker sollte man ja meinen, dass ich mir diese Frage schon früher einmal gestellt und eine Antwort darauf gefunden haben sollte; tatsächlich ist der Folk-Begriff für mich aber immer ein sehr schwammiger gewesen. Ich war bislang der Ansicht, Folk-Musik seien schrammelig vorgetragene Gitarrenlieder mit jeweils landestypischen instrumentalen und vokalen Einschlägen. Doch der eigentliche Kern liegt wohl darin, Geschichten zu erzählen, weiterzugeben und dadurch zu bewahren, vollkommen unabhängig vom konkreten musikalischen Gewand. Und genau das tun Anna & Elizabeth auf diesem Album, sie machen diese alten Geschichten von Frauen, die um ihre in den Krieg gezogenen Männer trauern, von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, von den Armen und den Reichen und den Ungerechtigkeiten zwischen ihnen, wieder lebendig und holen zeitlose Erzählungen aus verstaubten Archiven und bringen so das Vergessene, eben das titelgebende „Unsichtbare“ wieder zu uns zurück.

Und das in einem musikalisch so interessanten, abwechslungsreichen und wunderschönen Gewand, dass es mich im zurückliegenden Jahr einfach nur begeistert hat und wohl auch noch lange nachhallen wird.

Ganz am Ende dieses wunderschönen Albums hören wir dann noch eines der Originale, von dem sich die beiden Künstlerinnen haben inspirieren lassen, eine fast 80 Jahre alte Privataufnahme minderer Klangqualität, in der doch all die Schönheit schon enthalten ist, die Anna & Elizabeth mit ihrer eigenen Version dieses Songs fraglos freigelegt haben.

Ich bin in diesem Zusammenhang dann auch auf das „Smithsonian Folkways“ – Label aufmerksam geworden, auf dem diese Platte erschienen ist. Es handelt sich dabei um ein Non-Profit-Plattenlabel des Smithsonian-Instituts, sozusagen dem kulturhistorischen Nationalmuseum der USA. Die haben es sich zur Aufgabe gemacht, amerikanische und auch internationale, letztendlich eben folkloristische Musik zu dokumentieren und zu bewahren. Ich habe 2018 von diesem Plattenlabel noch einige andere sehr interessante Veröffentlichung entdeckt und mich in diesem musikalischen Kosmos sehr begeistert eingerichtet.

Anna & Elizabeth reihen sich schließlich ein in eine mittlerweile schon recht lang gewordene Liste illustrer Kollegen meiner „Alben des Jahres“.

  • 2000: Red Hot Chili Peppers – Californication
  • 2001: John Frusciante – To record only water for ten days
  • 2002: Badly Drawn Boy – The hour of bewilderbeast
  • 2003: Peter Gabriel – Up!
  • 2004: The Dresden Dolls – The Dresden Dolls
  • 2005: Nick Cave & The Bad Seeds – Abattoir blues / The lyre of Orpheus
  • 2006: Bobby Conn – Bobby Conn
  • 2007: Badly Drawn Boy – Born in the U.K.
  • 2008: Get well soon – Rest now, weary head, you will get well soon
  • 2009: Antitainment – Nach der Kippe Pogo !?
  • 2010: Robert Forster – The evangelist
  • 2011: Christiane Rösinger – Songs of L. and Hate
  • 2012: The Gaslight Anthem – The ’59 sound
  • 2013: Paul Simon – Graceland
  • 2014: Marsimoto – Grüner Samt
  • 2015: Ja, Panik – Libertatia
  • 2016: Turbostaat – Abalonia
  • 2017: Father John Misty – Pure comedy
  • 2018: Anna & Elizabeth – The invisbile comes to us

CU in Disneyland!

Vor Noch-nicht-Ex-Präsident Barack Obama!

Ein angenehm unaufgeregtes Wochenende neigt sich dem Ende zu. Zwischendurch sind die Temperaturen tatsächlich mal unter 30 Grad gesunken und man konnte es ganz gut aushalten und die Wohnung ist auch mal wieder etwas runtergekühlt. Heute Früh bin ich joggen gegangen und da war es regelrecht angenehm draußen.

Ansonsten war ich es ja in den vergangenen Wochen auch insbesondere auf der Arbeit gewohnt, regelrecht zu zerfließen und in meiner eigenen Schweißsuppe zu köcheln. Wir sitzen da in einem schönen Altbau und ich direkt unterm Dach und über den Tag heizt es sich da so richtig schön auf. Immerhin stellt unser Klinikum zur Zeit Gratis-Mineralwasser zur Verfügung, um das vorzeitige hitzebedingte Ableben seiner Mitarbeiter zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Habe auch jeden Tag drei Liter alleine auf der Arbeit getrunken, konnte abends meine grünen Kasacks auch nahezu auswringen. Da merkt man richtig, wie es auch oben in der Birne langsamer läuft, bei so einer Hitzeeinwirkung.

Darüber hinaus und abseits von der Arbeit und der superwarmen Wohnung ist das mit dem schönen Wetter zwischenzeitlich doch auch ganz erquicklich. Gerade abends haben meine Freundin und ich häufig lange Spaziergänge durch die Nachbarschaft gemacht (einmal haben wir dabei, er hat es ja in seinem Tagebuch auch schon berichtet, rabi getroffen und nett mit ihm geschnackt), mit nem Eis oder nem kühlen Getränk in der Hand. Ich bin seit einigen Wochen mal wieder recht sportlich aktiv und freue mich, dass ich viel draußen machen kann, gerade in den Abendstunden oder am Wochenende morgens, und nicht von schlechtem Wetter gestoppt werde. Nur an den krassesten Hitzetagen habe ich das dann auch nicht mehr durchgestanden.

Ansonsten habe ich an diesem Wochenende mal meinen neuen Laptop eingerichtet (vergangenes Wochenende hatte ich mir einen neuen gekauft, nachdem mein alter mittlerweile doch kaum mehr alltagsgebrauchsfähig war und spätestens beim Öffnen einer zweiten parallelen Anwendung konstant abzustürzen drohte) und alle relevanten Daten vom alten Laptop runtergezogen. Dabei dann auch mal wieder ein paar schöne Fotos aus vergangenen Urlauben wiederentdeckt und reichlich gute Musik. Und auch ein paar wichtigere Dinge in digital gespeicherter Form.

Kommendes Wochenende fahren wir zur Familie meiner Freundin, denn ihr Papa wird da seinen 50. Geburtstag feiern. Das wird zum Glück nur eine kleine Feier und kein megamäßig überbordendes Party-Event, also auch da alles ganz entspannt. Aber wir waren jetzt doch auch schon eine ganze Weile nicht mehr unten in der alten Heimat, das wird nun mal wieder Zeit.

Unter der Woche habe ich nach der Arbeit mal einen Spaziergang in die Stadt gemacht und bin dort im Plattenladen meines Vertrauens hängen geblieben und habe ausgiebig durch die Auslage gestöbert. Ein bisschen was ist dabei in meinem imaginären Einkaufswagen gelandet, unter anderem die neue „Erdmöbel“-Scheibe. Sperrige Texte in schönen musikalischen Gewändern, immer nah am Irrsinn taumelnd. Gefällt mir ganz gut.

Eine schöne neue Woche und einen kühlen Kopf wünsche ich euch!

CU in Disneyland!

 

Heut‘ esse ich ein Canapé, und trinke eine Kanne Tee!

Heute Morgen werden wir Besuch von Studienfreunden von mir bekommen. Ein Pärchen mit Kind, die in den Sommerurlaub Richtung Nordseeküste unterwegs sind und dabei einen kleinen Abstecher zum Frühstück bei uns machen. Auch wenn es wohl nur ein Kurzbesuch wird, freue ich mich doch sehr darauf. Sind angenehme Leute und wir sehen uns ja ohnehin viel zu selten. Mal gucken, was es so Neues bei denen gibt.

Im September habe ich zwei Wochen Urlaub und davon eine Woche alleine, da plane ich ebenfalls, mal wieder in die alte Heimat zu fahren, um den dortigen Freundeskreis ein wenig abzuklappern. Ich muss nur schauen, dass ich den Terminplan nicht zu voll packe, damit es dabei noch ein wenig erholsam bleibt. Letztes Jahr im Dezember hatten meine Freundin und ich zwei Wochen gemeinsam Urlaub und hatten uns ein total straffes, im Halbtagesrhythmus getaktetes Programm aufgestellt, um möglichst viele Leute in der überschaubaren Zeit zu treffen und möglichst viele Aktivitäten unter einen Hut zu bringen. Im Endeffekt sind wir dann in der zweiten Urlaubshälfte beide krank gewesen und mussten das ganze Restprogramm abblassen, was ziemlich schade war. Aber eben auch zu der Erkenntnis geführt hat, dass man solche Planungen grundsätzlich ein wenig entspannter angehen sollte.

Meine Freundin und ich sind zur Zeit im „Game of thrones“-Fieber. Auslöser war, genau, dass meine Freundin dieses Jahr im Urlaub ganz begeistert die „Eragon“-Bücher verschlungen hat und ich dann dachte, dass wenn ihr das so gut gefällt, auch die Bücher aus Westeros etwas für sie sein könnten. Also hab ich ihr zum Geburtstag die „Game of thrones“-Bücher geschenkt und tatsächlich hat sie daran einen ziemlichen Narren gefressen und steckt jetzt schon im vierten Band. Ich hatte mal vor einiger Zeit mit der zugehörigen Fernsehserie angefangen und fand das auch recht gut gemacht, da ich aber zu unregelmäßig bzw. mit zu großem Abstand zwischen den einzelnen Folgen geschaut habe, war ich irgendwann in der zweiten Staffel dann schon überfordert und auch ein wenig genervt von den zahlreichen Schauplätzen und Handlungssträngen und hatte dann keine Lust mehr, weiter zu gucken. Jetzt hat es mich dann aber doch gereizt, auch nochmal in die Bücher reinzuschauen (den ersten Band hatte ich mal im zeitlichen Zusammenhang mit der Serie auf Englisch gelesen, aber das ist auch ne Weile her) und habe mich jetzt mittlerweile auch bis in den zweiten Band vorgearbeitet. Das ist schon alles ziemlich unterhaltsam geschrieben und wenn ich zwischendurch mal nachblättern kann, wer von den zahlreichen handelnden Charakteren dort nochmal wer war, dann fällt es mir auch leichter, die Übersicht zu wahren.

Vergangene Woche war ich bei einem Juwelier hier in Bremen und habe einen Ring gekauft, den ich in der näheren Zukunft meiner Freundin an den Finger zu stecken gedenke. Der Ring muss jetzt zwar erst noch geschmiedet werden („in den Feuern von Mordor“ – hahaha), aber sollte dann Ende des Monats fertig sein. Über das genaue Wann, Wie und Wo der entscheidenden Fragestellung bin ich mir noch nicht so ganz im Klaren, aber wenn der Ring schonmal da ist, bin ich diesbezüglich ja durchaus flexibel. Ich denke, dass ich sie schon noch in diesem Jahr fragen werde, ob sie meine Frau werden möchte. Denn zumindest darüber bin ich mir im Klaren: Dass ich den Rest des Weges mit ihr zusammen gehen möchte.

CU in Disneyland!

 

Ich denke, ich habe mich selbst überfordert!

Das Tagebuch-Jahr hatte doch recht ambitioniert und wortreich begonnen. Der kurzfristige Wechsel hier zu wordpress hatte dem ganzen „Projekt“ wieder neues Leben eingehaucht und ich hatte mich bereitwillig noch einmal hineingestürzt, bis dann im März das große Schweigen begann.

Wie schon im Titel gesagt: Ich denke, ich habe mich einfach selbst überfordert. In den ersten Monaten des Jahres habe ich fast meine gesamte Freizeit hier ins Tagebuch investiert, um die nach dem Neustart zunächst zahlreichen Beiträge der abonnierten Autorinnen und Autoren zu verfolgen, Kommentare zu verfassen, zu diskutieren und um auch selbst Einträge zu verfassen. Das hat mir ohne Frage großen Spaß gemacht, war aber eben auch mit einem beachtlichen zeitlichen Aufwand verbunden, den ich dann bald nicht mehr aufrechterhalten konnte.

Irgendwie bin ich da auch kein Mensch des gesunden Maßes. Ganz oder gar nicht, lautet bei mir häufig die Prämisse. Und so wurde aus dem anfänglichen „ganz und gar“ schließlich wieder ein „gar nicht“. Und so habe ich jetzt seit März hier nichts mehr geschrieben und nichts mehr gelesen. Was ich durchaus auch als schade empfinde, so manche Lebensgeschichte und manchen humorvollen Beitrag hätte ich doch gerne weiter verfolgt.

Aber meine Interessen sind vielfältig und stehen sich auch immer wieder gegenseitig im Weg. Ich mag meine Arbeit und bin dort noch immer ein Lernender und werde das auch sicherlich und hoffentlich noch eine ganze Weile bleiben, so dass ich mich auch in meiner Freizeit fortbilden will und fortbilden muss. Ich lerne eine Fremdsprache. Ich lese gerne, sowohl tagesaktuelle Presse als auch Belletristik. Ich höre und mache liebend gerne selbst Musik. Ich treibe Sport. Ich fahre zu Basketballspielen oder schaue sie mir im Fernsehen an. Ich liebe lange Spaziergänge in der Natur. Ich koche und esse gerne und mag mittlerweile auch den Aufwand, der damit verbunden sein kann. Ich liebe meine Freundin und verbringe gerne Zeit mit ihr. Ich versuche – mit mittelmäßigem Erfolg – mit meinen wenigen verbliebenen guten Freunden in Kontakt zu bleiben und ab und mich ab und an mit ihnen telefonisch oder per Mail auzutauschen. Und ich bin auch gerne faul und vertrödel einfach meine Zeit.

Das ist mitunter schwer unter einen Hut zu bekommen an einem Tag, der nur 24 Stunden hat. Mein Schlafbedürfnis hat sich in den letzten Jahren schon auf lediglich 5 bis 6 Stunden herunter gefahren, was ganz praktisch ist. Häufig kann ich auch am Wochenende – so wie heute – nicht länger als bis 6 Uhr schlafen und finde es dann auch blöd, mich hellwach noch im Bett rumzuwälzen, um dort die 3 bis 4 Stunden abzuwarten, bis meine Freundin wach wird.

Nun ist das alles nichts Ungewöhnliches oder Spektakuläres und ich will auch gar nicht über Gebühr rumjammern. Andere Leute haben auch vielfältige Hobbies und Freizeitbeschäftigungen. Deswegen meine Frage an euch: Wie kriegt ihr eure Interessen unter einen Hut? Was bleibt bei euch zeitlich auf der Strecke? Wofür würdet ihr gerne mehr und wofür weniger Zeit investieren?

CU in Disneyland!

Das Leben kommt von vorn!

Die letzten Einträge, die ich hier veröffnetlicht habe, sind allesamt im Voraus geschrieben und zur späteren Veröffentlichung geplant gewesen. Echt eine ziemlich gute Sache! So habe ich da an einem Wochenende fünf Einträge auf einmal geschrieben, die dann unter der Woche nach und nach hier erschienen sind.

In den vergangenen zwei Wochen hatte mich dann aber der Alltag voll und ganz wieder und ich bin hier zu gar nichts gekommen, weder zum Schreiben, noch zum Lesen. Zumindest unter der Woche war da nichts zu machen.

Dafür habe ich das vergangene Wochenende – während meine Freundin auf einer Fortbildung war – dazu genutzt, mir massenweise die als „Bester Film“ Oscar-nominierten Filme im Kino anzuschauen. Ein kleiner cineastischer Ausgleich, wo ich es doch in diesem Jahr schon wieder nicht auf die Berlinale geschafft habe.

Gesehen habe ich:

Bildergebnis für three billboards outside ebbing missouri filmplakat Three billboards outside Ebbing, Missouri

Eine äußerst schwarzhumorige Tragikkomödie, in der eine Mutter, deren Tochter umgebracht worden ist, drei Werbetafeln am Ortseingang ihres Städtchens anmietet und darauf den Umstand anprangert, dass die Täter immer noch nicht durch die Polizei ermittelt und gefasst worden sind. Das setzt in dem titelgebenden Ort eine ganze Reihe unwahrscheinlicher Ereignisse in Gang und am Ende ist nichts mehr wie zuvor. Das Erstaunliche an diesem Film ist, dass er eigentlich ernste Dinge behandelt (Polizeigewalt, Rassismus, sexuelle Gewalt), dabei aber unheimlich leichtfüßig und amüsant daher kommt. Gerade dieser ständige Wechsel aus ernsten und unfassbar komischen Szenen macht ihn außergewöhnlich. Erinnert ein wenig an die frühen Werke der Coen-Brüder, so ein wenig im „Fargo“-Stil, nicht zuletzt natürlich auch wegen der großartigen Hauptdarstellerin Frances McDormand, die wohl gute Chancen auf den Oscar haben dürfte. Natürlich ist das Drehbuch des Films äußerst hanebüchen und für einen guten Gag wird hier jegliche inhaltliche Stringenz über Bord geworfen, was sicherlich auch zurecht kritisiert worden ist. Und dennoch steckt am Ende wohl ein wahrer Kern in diesem Film, der insbesondere im Amerika unter Trump dringlicher als jemals zuvor ist, nämlich dass irgendwann jemand anfangen muss, den Teufelskreis aus Hass und Irrsinn und noch mehr Hass und noch mehr Irrsinn zu durchbrechen, wenn nicht alles den Bach runtergehen soll.

8/10 Oscarstatuetten

Bildergebnis für der seidene faden filmplakat Der seidene Faden

In diesem Film geht es um einen manischen (um nicht zu sagen: vollkommen psychopathischen) Modeschöpfer und seine junge Muse. Ja, und eigentlich ist der Film damit auch schon vollumfänglich zusammengefasst. Denn einen wirklichen Spannungsbogen gibt es nicht. Leute kommen und gehen und lassen sich vom Modezar einkleiden. Das Modegenie, dessen gestrenge Schwester und des Künstlers junge Muse leben zusammen und streiten sich und verzweifeln an den „Eigenarten“ des Großkünstlers. Paul Thomas Anderson hat in seinen frühen Jahren einige sehr beachtenswerte Filme gedreht wie „Boogie Nights“, „Magnolia“, den von mir kultisch verehrten „Punch-Drunk Love“ und mit Abstrichen auch noch „There will be blood“. Zuletzt sind seine Filme aber immer ungenießbarer geworden. Natürlich kann man von den schwelgerischen Bildern und Interieurs von „Der seidene Faden“ schwärmen. Oder von Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle, der einmal mehr vollkommen darin aufgeht und diesen armen Irren nicht nur spielt, sondern voll und ganz zu ihm wird (der Mann ist für mich ein Phänomen, denn ich habe immer das Gefühl, gar nicht zu wissen, wie er im echten Leben eigentlich aussieht oder geht oder redet, weil er in jedem seiner Filme so vollkommen anders daherkommt). Vielleicht kann man dem Film auch noch mehr abgewinnen, wenn man sich einen Hauch für Mode interessiert, was bei mir nunmal nicht der Fall ist. Ansonsten ist er halt einfach ziemlich langatmig und langweilig und ein wenig Handlung hätte ihm ganz und gar nicht geschadet.

3/10 Oscarstatuetten

Bildergebnis für die verlegerin filmplakat Die Verlegerin

Meryl Streep als Verlegerin der Washington Post, die – durch den Tod ihres Mannes eher unfreiwillig auf ihren Posten gelangt – zusammen mit Chefredakteur Tom Hanks die Entscheidung treffen muss, geheime Regierungsdokumente in ihrem Blatt zu veröffentlichen, die jahrzehntelangen Lug und Trug bezüglich des Vietnam-Krieges aufdecken, gleichzeitig aber den Untergang ihres Blattes durch eine zürnende Regierung Nixon bedeuten könnten. Das ist spannend erzählt und gut gespielt und in der heutigen Zeit, in der der amerikanische Präsident Journalisten als „Feinde“ bezeichnet, überall auf der Welt Journalisten wegen ihrer Arbeit verfolgt, eingesperrt oder umgebracht werden und in der auch bei uns der Chor der Blöden immer lauter „Lügenpresse“ skandiert, relevanter denn je. Auf der anderen Seite ist es auch sehr konventionelles Hollywood-Kino, ein Film ohne inhaltliche oder formelle Besonderheiten, die übliche David-gegen-Goliath-Story, kurz: Ein ganz klassischer Steven Spielberg Film. Überraschungsfreies Feelgood-Kino für die geschundenen Seelen des liberalen Bürgertums.

6/10 Oscarstatuetten

Bildergebnis für die dunkelste stunde filmplakat Die dunkelste Stunde

Ich mag ja solche Filme nicht, in denen berühmte Schauspieler – in diesem Fall Gary Oldman – in absurde Kostümierungen und Masken gesteckt werden, um sie wie berühmte historische Persönlichkeiten – in diesem Fall Winston Churchill – aussehen zu lassen. Wie viel schaupielerische Leistung kann man unter all dem Make-Up überhaupt noch erkennen? Warum nimmt man für solche Rollen nicht Schauspieler, die in etwa in Sachen Statur, Alter und Gesichtszügen gewisse Ähnlichkeiten mit dem historischen Vorbild aufweisen, anstatt einen ganz und gar andersartigen, ohne Frage großartigen Schauspieler vollkommen bis zur Unkenntlichkeit umzustylen? Als besonders absurdes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist mir dabei Leonardo DiCaprios Darstellung von FBI-Chef J. Edgar Hoover in Erinnerung geblieben, wo die Kostümierung derart groteske Züge annahm, dass ich den Film einfach nicht mehr ernst nehmen konnte. Ganz so schlimm kam es dann in „Die dunkelste Stunde“ zum Glück nicht und auch der Film selbst, in dem es um den Beginn der Regierungszeit von Winston Churchill und die Zeit um die Schlacht von Dünkirchen geht, ist über weite Strecken spannend und gut erzählt und weist einige nette Einfälle auf (zum Beispiel eine Fahrt Churchills mit der öffentlichen U-Bahn, bei der er dem „gemeinen Volk“ aufs Maul schaut, um sich ein Stimmungsbild zu bilden, das er in seinen abgeschotteten Regierungskreisen ansonsten nicht mehr unverfälscht bekommt – vermutlich keine historisch verbürgte Episode sondern ein netter Drehbuch-Einfall…).

6/10 Oscar-Statuetten

Bereits früher hatte ich gesehen:

Bildergebnis für get out filmplakat Get out

Eine fiese kleine Horrorkomödie, die aus den Motiven des alltäglichen unterschwelligen und des offensichtlichen strukturellen Rassismus und des insbesondere wohl in den USA sehr ausgeprägten „Weiße-gegen-Schwarze“-Clash eine recht absurde Horrormär um weiße Sklaventreiber und schwarze Voodoo-Sklaven strickt. Allerdings ist der Film eher wegen seines kreativen Ansatzes und weniger wegen seiner recht konventionellen Umsetzung als überwiegend gelungen zu bezeichnen. Für einen richtigen Horrorfilm zu wenig gruselig und spannend, für eine richtige Komödie zu wenig lustig, für ein echtes Drama zu absurd. Dennoch ein interessanter Hybrid-Film, der vielleicht ein wenig zu arg gehypt worden ist, dessen gesellschaftliche Brisanz zumindest in den USA ich mir aber durchaus vorstellen kann.

5/10 Oscarstatuetten

Bildergebnis für dunkirk filmplakat Dunkirk

Interessanterweise der zweite Oscar-nominierte Film, der sich mit der Schlacht um Dünkirchen befasst, diesmal jedoch nicht aus der politischen Perpektive der Entscheidungsträger, sondern unmittelbar vom Schlachtfeld. Christopher Nolans Umsetzung in Parallelmontagen aus der Luft, zu Wasser und auf dem Land, erzeugt in der Tat eine sogartige Unmittelbarkeit. Gut möglich, dass der niederländische Kameramann Hoyte van Hoytema für diesen Film den Cinematography-Oscar zugesprochen bekommt. Die Geschichte (im doppelten Sinne) ist auch tatsächlich ziemlich bewegend, die Evakuierung der verloren geglaubten britischen Armee von der nordfranzösischen Küste mit Privatbooten. Abseits der – wie immer bei Nolan – formell großartigen Umsetzung, ist es aber unterm Strich doch bloß ein Kriegsfilm mit dem üblichen Pathos, der üblichen Heroisierung des Kämpfens und dem schalen Beigschmack der Kriegsverherrlichung. Insgesamt für mich einer der schwächeren Filme von Christopher Nolan, was konsequent ungerechterweise aber in meiner Abneigung gegenüber Kriegsfilmen begründet liegt und weniger in der Inszenierung.

5/10 Oscarstatuetten

An diesem Wochenende werde ich mir – während meine Freundin Spätdienst hat – noch die Filme „Call me by your name“ und „The shape of water“ ansehen und dann habe ich tatsächlich 8 der 9 nominierten Oscar-Filme gesehen (lediglich „Lady Bird“ fehlt dann noch, der startet bei uns aber erst im April in den Kinos und aus den Zeiten, mir das in irgendwelchen dunklen Internet-Kanälen vorab reinzuziehen, bin ich irgendwie raus). Dann kann ich also in der Nacht von Sonntag auf Montag bestens informiert und vorbereitet in die Oscar-Nacht gehen und darauf hoffen, dass auch im „MeToo“-Jahr noch ein bisschen vertrauter Hollywood-feiert-sich-selbst-Anachronismus zelebriert wird.

CU in Disneyland!